Der Spiegel
Entstanden 2024Wolken sind flüchtige Spiegel, sichtbar nur durch das Spiel des Lichts, das auf Milliarden winziger Wassertröpfchen und Eiskristalle trifft. In ihrer scheinbaren Leichtigkeit tragen sie doch eine tiefe Symbolik: Sie sind Zeugen des ständigen Flusses der Zeit, des unaufhaltsamen Vorbeiziehens von Augenblicken. Kein Moment gleicht dem anderen, kein Bild einer Wolke wird je wiederkehren. Die Arbeit fängt 20 solcher Augenblicke ein. 20 Minuten, jede Minute ein Bild. Ein Dialog zwischen Himmel und Zeit. Zusammengestellt in einem Raster an der Wand, ergeben die Fotografien ein Muster der Vergänglichkeit, das uns an die Flüchtigkeit des Lebens erinnert und zugleich den Versuch einer Spurensicherung unternimmt. Es stellt einen Ausschnitt aus einem großen Archiv an Wolkenbildern dar. Die Oberfläche der Wolken, hell und weiß durch die Streuung und Reflexion des Sonnenlichts, wirkt wie ein Spiegel. Ein Spiegel, der uns nicht nur den Himmel, sondern auch unsere eigene Vergänglichkeit vor Augen hält. Er zeigt uns die Schönheit im Wandel, das Flüchtige als etwas Wertvolles, das uns innehalten lässt. Wolken verweisen auf das Wechselspiel zwischen Sichtbarem und Unsichtbarem, zwischen Bewegung und Stille. Sie laden ein, den Blick zu heben und für einen Moment im Hier und Jetzt zu verweilen. So erzählen sie von Freiheit und Unbetändigkeit.