2025 bis 2026
In der Bachelorarbeit Lichtungen setzt sich Linda Vollmer mit dem Thema Blindheit und Fotografie auseinander. Sie geht der Frage nach, wie ein visuell definiertes Medium für Menschen zugänglich gemacht werden kann, die nicht sehen können. Die Fotografien sollen in ihrem Wesen unabhängig vom Sichtbaren erfahrbar werden und innere Bilder hervorrufen, die ohne das Sehen entstehen. Audiodiskriptionen bieten bislang eine Möglichkeit, blinden Menschen den Zugang zur Fotografie zu eröffnen. Sie basieren auf dem visuell wahrnehmbaren Bild und folgen dem Anspruch einer möglichst objektiven Beschreibung, wodurch die erste Begegnung mit dem Werk vermittelt stattfindet. Vor diesem Hintergrund widmet sich Linda Vollmer weiteren Formen der Übersetzung fotografischer Arbeiten und knüpft thematisch an die Funktion der Fotografie als Medium der Erinnerungs-bewahrung an. Lichtungen entwickelt unterschiedliche Übersetzungsformen, indem Fotografien in taktile Modelle, Tonsequenzen und gesprochene Worte übertragen werden. Ausgehend von eigenen visuellen Erinnerungen wird gezeigt, wie Bilder jenseits des Sichtbaren bewahrt werden können und wie innere Bilder entstehen, die nicht an visuelle Reize gebunden sind. Auf diese Weise nähert sich die Arbeit dem Wesen der Fotografie und entwickelt zugleich einen Ansatz für ein inklusives Ausstellungskonzept, das Inklusion bereits in der Produktion der Fotografien berücksichtigt und Fotografie als ein Medium versteht, das unabhängig vom Sehen wirken kann. Lichtungen ist gegliedert in vier Teilprojekte: Zwischen Momenten, Düfte der Erinnerung, Worte zum Bild und Spuren der Fotografie.